Hilfe bei Vergiftung

Vergiftungen können durch verschiedenste Substanzen verursacht werden – von Haushaltsreinigern über Medikamente bis hin zu Pflanzen und Lebensmitteln. Da eine Vergiftung lebensbedrohlich sein kann, ist es von entscheidender Bedeutung, umgehend und richtig zu handeln. In diesem Artikel erfahren Sie alles über erste Hilfe bei Vergiftung und die Bedeutung des Giftnotrufs.

Hilfe bei Vergiftung

Erste Hilfe bei Vergiftung: Sofortmaßnahmen

Hier sind die wichtigsten Sofortmaßnahmen, die Sie durchführen sollten, wenn Sie den Verdacht auf eine Vergiftung haben:

  • Ruhe Bewahren: Bewahren Sie Ruhe und handeln Sie schnell und überlegt.
  • Gefahrenquelle Entfernen: Entfernen Sie die Quelle der Vergiftung, wenn möglich, um weitere Exposition zu vermeiden.
  • Symptome Erkennen: Achten Sie auf Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Atemnot, Bewusstlosigkeit oder Veränderungen des Bewusstseins.
  • Giftnotruf Anrufen: Kontaktieren Sie sofort die Giftnotrufzentrale. Geben Sie dabei so viele Informationen wie möglich an, wie z.B. Art des Giftes, Menge und Zeitpunkt der Exposition und die Symptome.
  • Keine Eigenversuche: Versuchen Sie nicht, den Betroffenen zum Erbrechen zu bringen, es sei denn, Sie wurden ausdrücklich dazu angewiesen.
  • Frische Luft: Bei Vergiftungen durch eingeatmete Gase oder Dämpfe den Betroffenen sofort ins Freie bringen oder gut lüften.
  • Hautkontakt: Bei Kontakt mit der Haut die betroffene Stelle gründlich mit Wasser abspülen.
  • Schnelle Hilfe Organisieren: Im Zweifelsfall den Rettungsdienst alarmieren.

Giftnotruf: Warum er so wichtig ist

Der Giftnotruf ist eine zentrale Anlaufstelle für medizinische Notfälle im Zusammenhang mit Vergiftungen. Die Experten dort sind rund um die Uhr erreichbar und bieten sofortige, lebensrettende Beratung. Sie helfen Ihnen, potenziell giftige Substanzen zu identifizieren, beurteilen die Gefahr und empfehlen Handlungsschritte.

Übersicht der Giftnotrufzentralen in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Hier finden Sie eine Übersicht aller Giftnotrufzentralen in den deutschsprachigen Ländern.

Deutschland

StadtTelefonnummerEinrichtung
Berlin030 19240Charité – Universitätsmedizin Berlin
Bonn0228 19240GIZ-Nord
Erfurt0361 730730Helios Klinikum
Freiburg0761 19240Universitätsklinikum Freiburg
Göttingen0551 19240Universität Göttingen
Homburg/Saar06841 19240Universitätsklinikum des Saarlandes
Mainz06131 19240Universitätsmedizin Mainz
München089 19240Klinikum rechts der Isar
Nürnberg0911 3982451Klinikum Nürnberg

Österreich

StadtTelefonnummerEinrichtung
Wien01 4064343Vergiftungsinformationszentrale Wien

Schweiz

StadtTelefonnummerEinrichtung
Zürich145Tox Info Suisse

Wege der Vorbeugung

Um Vergiftungen vorzubeugen, sollten Sie folgende Maßnahmen beachten:

  • Sichere Aufbewahrung: Bewahren Sie giftige Substanzen außerhalb der Reichweite von Kindern und Haustieren auf.
  • Lesen Sie Etiketten: Achten Sie auf Etikettenwarnungen und Gebrauchsanweisungen.
  • Sichere Verpackungen: Nutzen Sie kindersichere Verschlüsse und Verpackungen.
  • Informationswissen: Informieren Sie sich regelmäßig über neue Gefährdungen und Sicherheitsmaßnahmen.

Welche Informationen bereithalten beim Anruf beim Giftnotruf

Wenn Sie den für Ihr Bundesland zuständigen Giftnotruf anrufen, sollten Sie möglichst genaue Angaben machen können. Diese Informationen helfen den Experten, die Situation schnell und präzise einzuschätzen und die richtigen Handlungsschritte einzuleiten. Hier sind die wesentlichen Informationen, die Sie bereithalten sollten:

Wer?

  • Kind oder Erwachsener?: Geben Sie an, ob das betroffene Opfer ein Kind oder ein Erwachsener ist.
  • Alter: Das Alter des Betroffenen ist wichtig, um die Eindosierung und Risikobewertung vorzunehmen.
  • Geschlecht: Dies kann in manchen Fällen eine Rolle spielen, speziell bei der Auswahl von Behandlungsmöglichkeiten.
  • ungefähres Körpergewicht: Diese Information ist besonders wichtig für die Dosierung von Gegengiften oder anderen medizinischen Maßnahmen.

Was?

  • Genauer Stoff: Machen Sie möglichst genaue Angaben zu dem, was eingenommen wurde.
  • Arzneimittel: Name des Medikaments, Wirkstoff und Dosierung.
  • Haushaltsprodukt: Name des Produkts und die Inhaltsstoffe (soweit bekannt).
  • Chemikalie: Genauer Name und Konzentration der Chemikalie.
  • Pflanze: Beschreibung oder Name der Pflanze, Teile der Pflanze (Blätter, Blüten, etc.).
  • Pilze: Beschreibung oder Name der Pilze, ggf. Fundort.
  • Tier: Art des Tiers (z.B. Insekt, Schlange), welches die Vergiftung verursacht hat.
  • Lebensmittel: Name und möglicherweise befallene Lebensmittel.
  • Drogen: Art der Droge und potenzieller Wirkstoff.
  • Geben Sie nach Möglichkeit die genaue Bezeichnung des Produkts oder der Substanz direkt von der Verpackung an.

Wann?

  • Zeitpunkt der Einnahme oder Einwirkung: Geben Sie an, wann die Substanz eingenommen oder die Einwirkung begonnen hat.
  • Dauer der Einwirkung: Wie lange war der Betroffene der giftigen Substanz bereits ausgesetzt?

Wie?

  • Weg der Aufnahme: Geben Sie an, auf welchem Weg die giftige Substanz aufgenommen wurde:
  • Geschluckt: Hat der Betroffene die Substanz verschluckt?
  • Eingeatmet: Wurde die Substanz eingeatmet?
  • Über die Haut: Ist die Substanz durch Hautkontakt aufgenommen worden?

Wie viel?

  • Menge der Substanz: Machen Sie detaillierte Angaben über die Menge der aufgenommenen Substanz:
  • z.B. Anzahl der Tabletten,
  • Anzahl der Tropfen,
  • Größe der Flasche und fehlende Menge,
  • Teile von Pflanzen oder Pilzen,
  • Volumen der aufgenommenen Flüssigkeit.

Beispiel einer optimalen Information:

  • Wer? Ein 5-jähriger Junge, ungefähr 20 kg.
  • Was? Hat möglicherweise Bleichmittel geschluckt, Marke XYZ.
  • Wann? Vor etwa 15 Minuten.
  • Wie? Durch Verschlucken.
  • Wie viel? Etwa 30 ml fehlen in einer 250 ml Flasche.

Eine schnelle und genaue Informationserfassung kann im Notfall entscheidend sein. Beim Anruf beim Giftnotruf oder der Giftnotrufzentrale sind präzise Angaben über die betroffene Person, die Art des Giftes, den Zeitpunkt und die Art der Exposition sowie die Menge der aufgenommenen Substanz von höchster Priorität. Diese Informationen ermöglichen es den Experten, die Situation korrekt einzuschätzen und die geeigneten Maßnahmen zu ergreifen.

Notieren Sie sich die Notrufnummern der Giftnotrufzentralen und bewahren Sie sie an einem leicht zugänglichen Ort, um im Falle einer Vergiftung schnell reagieren zu können.

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